Wie Sie Ihren idealen Job planen

Einige Male im Jahr biete ich Workshops an, in denen die Teilnehmer über ihre berufliche Entwicklung nachdenken können. Dabei vermeide ich ganz bewusst den Ausdruck „Karriere“, weil dieser Begriff immer noch stark mit hierarchischem Denken verknüpft ist.

Mir geht es um etwas ganz Anderes. Aufgrund meiner eigenen beruflichen Biographie weiß ich, wie wichtig es ist, Klarheit über die persönlichen Prioritäten zu besitzen. Es ist eine existenzielle Frage, was Ihre persönlichen Kriterien für ein ausgefülltes Berufsleben sind. Wenn Sie nicht entscheiden können, was für Sie wichtig ist und was nicht, dann entscheiden dies andere für Sie. Und das ist nicht immer das, was Sie glücklich macht.

Aus diesem Grund biete ich den Teilnehmern an, die persönlichen „Leitplanken“ zu erstellen. Das Vorgehen ist einfach. Sie zeichnen auf ein Blatt Papier eine Tabelle mit lediglich zwei Spalten. In die linke Spalte tragen Sie ein, was Sie auf gar keinen Fall tun möchten, in die rechte Spalte, was Sie anstatt dessen oder gerne tun wollen. In eine zweiten Tabelle betrachten Sie nicht das Was, sondern das Wie: Wie will ich unter keinen Umständen arbeiten, auf welche Weise würde ich gerne tätig sein?
Bei Bedarf können Sie diese Leitplanken für Ihre verschiedenen Lebensrollen ausfüllen, die Sie derzeit einnehmen: Beruf, Familienmensch usw.
Eine simple Übung, die zwar nicht einfach ist, aber oft zu erstaunlicher Klarheit führt.

Es ist sinnvoll, solche Bestandsaufnahmen immer wieder in gewissen Abständen neu zu machen, denn Einstellungen, Gewohnheiten und Bedürfnisse können sich ändern. Das meint wohl auch Charlie Kindel, der zu diesem Zweck eine bemerkenswerte Methode entwickelt hat: The Job Decision Matrix: How to make your next big move.

Dies sind die Schritte:

  1. Sammeln Sie Oberbegriffe von Dingen, die Ihnen im Beruf wichtig sind.
    Beispiel: Unternehmensgröße, Standort, Tätigkeitsfeld, Einkommen, Kollegenkreis usw.
  2. Bilden Sie eine Rangfolge. Was ist Ihnen am wichtigsten, am zweitwichtigsten, am wenigsten wichtig?
  3. Tragen Sie die Oberbegriffe als Spaltenüberschriften in eine Tabelle ein. Geordnet von links nach rechts gemäß Ihrer Tragweite. Ganz links ist also die Spalte mit dem Oberbegriff, der Ihnen am wichtigsten ist, ganz rechts die Spalte mit dem am wenigsten wichtigen Kriterium.
  4. Füllen Sie nun die Tabelle aus: Welchen Kriterien fallen Ihnen zu den jeweiligen Oberbegriffen ein? Notieren Sie sie in der jeweiligen Spalte.
  5. Bilden Sie nun eine Rangfolge innerhalb der Spalten nach der Wichtigkeit. Was am wichtigsten ist, steht oben, das am wenigsten wichtige unten.

Sie haben die strikte Aufteilung von Qualität und Quantität sicher schon bemerkt. Im 1. Schritt geht es darum, die wichtigen Kriterien einfach mal zu sammeln. Erst im 2. Schritt nehmen Sie eine persönliche Bewertung vor.

Ich empfehle Ihnen, für das Erstellen Ihrer Matrix Post-it’s oder Stattys zu verwenden. Schreiben Sie einen Begriff immer auf eine einzelne Karte. Sie können die Karten dann hin- und herschieben und immer wieder neu strukturieren.

Sollten Sie lieber mit dem Computer arbeiten, dann können Sie auch eine Software á la Trello benutzen. Charlie gibt Ihnen mit seinem eigenen Trello-Board eine Vorlage, von der Sie sich für Ihre eigene Matrix anregen lassen können.

BTW: Wenn Sie dann geeignete Arbeitsmöglichkeiten zur Auswahl haben, können Sie diese Tabelle als Entscheidungsmatrix zur Auswahl Ihres nächsten Arbeitsplatzes heranziehen. Sie können sie auch bei Bedarf zu einer Nutzwerttabelle erweitern.

Eine interessante und nützliche Vorgehensweise, finde ich. Danke, Charlie Kindel, fürs Teilen.

 

Bücher zum Thema (Werbung)

 

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.