Burnout für Einsteiger

Mit Burnout ist es wie mit vielen Mode(?)- Begriffen. Jeder spricht davon, aber keiner weiß so richtig, was es ist. In der allwissenden Wikipedia heißt es dazu:

Burn-out oder Burnout, auch Burnout-Syndrom (englisch burn out ‚ausbrennen‘) ist ein Oberbegriff für Typen persönlicher Krisen, die eher mit unauffälligen Frühsymptomen beginnen und mit völliger Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden können.

Der Begriff ist nicht eindeutig definiert, aber vielleicht deswegen so populär, weil das “Ausbrennen” eine starke Metapher ist und daher insbesondere von Journalisten und uns Trainern gerne und häufig benutzt wird.  Dennoch ist Burnout bis jetzt keine Behandlungs-, sondern lediglich Rahmen- oder Zusatzdiagnose.

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen das Grundlagenwerk von Matthias Burisch: Das Burnout-Syndrom.

Ich habe das Buch jetzt bereits zum zweiten Mal gelesen und muss zugeben, dass für mich mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Allerdings liegt das nicht an der Arbeit des Autors, sondern an der Materie.

Einfacher macht es sich Alan Henry in seinem Artikel How to Recognize the Signs of Burnout Before You’re Burned Out. Zunächst beschreibt er verschiedene Anzeichen des Phänomens und lehnt sich dabei stark an die Arbeit von Freudenberger an:

  • Unzufriedenheit bez. der Arbeit und abfällige Bemerkungen darüber
  • Schleichende Erschöpfung
  • Gefühlter Stillstand, Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Langeweile und zunehmende Distanziertheit von der Aufgabe
  • Übermäßiger Drang zum Aufschieben
  • Undefinierbares Unwohlsein und Stressempfinden
  • Verzicht auf freie Zeit

So weit, so gut schlecht. Die Tipps von Alan zur Vermeidung von Burnout scheinen mir jedoch ein wenig hilflos zu sein:

  • Machen Sie so oft wie möglich Pause
  • Planen Sie sofort Ferien ein
  • Werfen Sie Ballast über Bord und konzentrieren Sie sich auf das, was Sie lieben
  • Führen Sie ein Tagebuch

Ähnliche simple Tipps gibt uns eine Dame namens Nicole: 6 Simple Ways to Avoid Burnout. Sie hat dazu auch eine schöne Infografik dazu erstellt.

Mir scheinen derlei Tipps allzu “simpel” zu sein und außerdem das Problem unzulässig zu individualisieren. Wirksamer Schutz vor derlei Unbill besteht aus zwei Komponenten:

Verhältnis- und Verhaltensprävention

Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Wenn Sie dazu mehr lesen wollen, dann empfehle ich Ihnen mein Fachblog Arbeit statt Stress. Dort schreibe ich zu Themen der psychischen Belastung am Arbeitsplatz aus der Sicht eines Sicherheitsingenieurs.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie sich die Begriffe “Stress” und “Burnout” im Laufe der Jahre verändert hat, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Patrick Kury Der überforderte Mensch: Eine Wissensgeschichte vom Stress zum Burnout.

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[Foto von 445693 [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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