So entkommen Sie aus dem PowerPoint-Knast

Ehrlich gesagt, ein wenig hat sich beim  Schreiben dieser Überschrift schon der Stift die Tastatur gesträubt. Denn ich bin der Meinung, dass man für schlechte Präsentationen nicht das Werkzeug verantwortlich machen sollten, sondern denjenigen der das Werkzeug missbraucht. Ich möchte dies nicht vertiefen, ich habe darüber im ToolBlog schon öfters geschrieben.




Und so führt uns Paul McFredies mit dem Titel seines Artikels in die Irre: How to Escape the PowerPoint Prison. Denn eigentlich geht es in seinem Beitrag gar nicht um die vielgescholtene Software von Microsoft, sondern um alternative Präsentationsformate, wie

  • Pecha Kucha und verwandte
    Hier werden 20 Folien verwendet, von denen jede Folie nur höchstens 20 Sekunden gezeigt werden darf.  Eine Abwandlung ist der Ignite Talk, bei Sie für die 20 Folien insgesamt nur 5 Minuten zur Verfügung haben.
    (Wikipedia)
  • Die Takahashi-Methode
    Hier darf auf der Folie nur ein einziges (!) Wort stehen und das so groß wie möglich.
    (Wikipedia eng.)
  • Der Ansatz von Lawrence Lessig
    Dieses Format ist schon länger in Gebrauch. Es funktioniert ähnlich wie die Takahashi-Methode, nur dass Sie anstatt nur einem Wort auch einen ganzen Satz oder ein Zitat verwenden dürfen. Man ist ja schließlich großzügig.

Speed Geeking (Wikipedia engl.) wiederum ist eigentlich gar kein Präsentationsformat, sondern eine Methode, das Auditorium ständig in Bewegung und im Gespräch zu halten. Man teilt die Zuhörer in Kleingruppen auf und ordnet die Gruppen unterschiedlichen Vorträgen zu.  Die Vorträge laufen nun simultan, wenn sie beendet sind, rotieren die Gruppen so lange, bis jede Gruppe jedes Referat gehört hat.
Ich selbst praktiziere das seit urvordenklichen Zeiten in meinen Workshops zur Vorstellung von Ergebnissen von Gruppenarbeiten. Dass das Ganze “Speed Geeking” heißt, habe ich aus diesem Artikel zum ersten Mal erfahren.

Zu jedem dieser Ansätze finden Sie in dem Artikel von McFredies weiterführende Links. Lassen Sie sich inspirieren.

Übrigens: Wenn Sie Mac-Nutzer sind, und Takahashi oder Lessig einmal ausprobieren möchten, dann empfehle ich Ihnen Deckset. Hier können Sie mit Markdown in Windeseile ansprechende Folien erstellen.

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[Foto von Chelsea Creekmore [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

3 Antworten

3 Gedanken zu „So entkommen Sie aus dem PowerPoint-Knast

  1. Markus Jahns

    Das klingt interessant und nachahmenswert… Aber welche Formate gibt es für die Präsentationen/ Schulungen von technischen Themen, bei denen eine hohe „Faktendichte“ besteht?

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    1. Stephan

      Das ist eine sehr gute Frage, die ich gerne auch den Präsentationsspezialisten stellen möchte. Mal sehen, wie ich das aufziehe, vielleicht als Blogstaffellauf.

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  2. Paro

    Auch gut: die 10-20-30-Regel von Guy Kawasaki !
    The 10/20/30 Rule of PowerPoint (Guy Kawasaki): 10 slides, 20 minutes, no font smaller than 30 points.
    1. Problem * 2. Your solution * 3. Business model
    4. Underlying magic/technology * 5. Marketing and sales * 6. Competition * 7. Team * 8. Projections and milestones * 9. Status and timeline * 10. Summary and call to action?
    https://guykawasaki.com/the_102030_rule/

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