Lernen mit Karteikarten: Anki

Sie kennen sicherlich das alte deutsche Sprichwort:







Übung macht den Meister.

Damit drückt der Volksmund eine Binsenweisheit des Lernens aus. Vor Vergessen können Sie sich nur dadurch schützen, dass Sie das einmal Gelernte ständig üben bzw. wiederholen.  Wissenschaftlich untersucht hat den Vorgang des Vergessens und Wiederholens zuerst der deutsche Psychologe Herrmann Ebbinghaus. Nach ihm benannt ist die berühmte Vergessenskurve (“ebbinghaussche Kurve”), die den Zusammenhang zwischen der vergangenen Zeit und dem Vergessen aufzeigt.

Im Prinzip versucht jede Lernmethode, dieser Vergessenskurve ein Schnippchen zu schlagen. Im Bereich des Lernens von Fremdsprachen hat sich die Lernkartei nach Leitner durchgesetzt, bei der z. B. Vokabeln durch eine ausgeklügeltes System so lange wiederholt werden, bis sie “sitzen”.

Während die Haptiker gerne mit einem realen Karteikasten aus Holz oder Pappe arbeiten, den sie manchmal sogar selbst gebastelt haben (Anleitung als pdf-Datei), greifen die computeraffinen Menschen lieber zur digitalen Version. Die Suche nach dem geeigneten Programm gestaltet sich allerdings etwas schwierig, denn das Angebot ist unübersichtlich. So haben Sie die Qual der Wahl. Ein kleine Auswahlhilfe bietet Ihnen eine einschlägige Übersicht in der Wikipedia.

Ich selbst habe heute Anki installiert, um damit meinen Spanisch-Wortschatz zu trainieren. Ausschlaggebend für die Wahl waren für mich:

  • Anki ist äußerst flexibel (um nicht zu sagen mächtig)
  • Das Programm läuft auf allen erdenklichen Plattformen
  • Die Karteikarten lassen sich beliebig gestalten
    (Lückentext, Bilder, sogar Videos)
  • Über AnkiWeb lassen sich die Karteikarten, Lernfortschritte etc. synchronisieren
  • Die Lernsoftware ist völlig ummesonscht

Die Mächtigkeit von Anki ist gleichzeitig auch ein  Nachteil. Man muss sich schon ein wenig damit befassen, leichte Bedienung geht anders. Zum Glück steht eine umfangreiche deutsche Dokumentation zur Verfügung. Außerdem gibt es auf YouTube Anleitungsvideos in Hülle und Fülle.

Natürlich kann man mit einem derartigen System nicht nur Vokabeln lernen.
Es eignet sich für alle Art von Wissen, das irgendwie abgefragt werden kann. Hier ein Beispiel für Jura-Lernbegeisterte:

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