Der “andere” Terminkalender

Ich habe ja ein gewisses Verständnis dafür. Genauso, wie man aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen kann, wird aus einem Ratgeber zur Aufgabenorganisation kein packender Thriller. Aber dennoch steht für mich die Frage im Raum: Warum sind die Selbstmanagementbücher immer so dröge? David Allen ist in der Runde der Einäugige unter den Blinden, durch die Bestseller (?) von Covey  musste ich mich derbe durchquälen. Ob es am Originaltext oder an der Übersetzung liegt, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht befrage ich dazu bei Gelegenheit die Kolleginnen von Academia.




Den Klassiker von Neil Fiore habe ich mir nun aus gegebenem Anlass (wie es so schön heißt) erneut vorgenommen. Nachdem ich Fachbücher ohnehin nicht mehr schön linear von vorne bis hinten durchlese, habe ich mit dem m.E. wichtigsten Kapitel über den “anderen” Terminkalender begonnen.

Über dem Teich ist Fiores Ansatz, einen Terminkalender zu führen, als “Unschedule”-Methode bekannt. Und so gehen Sie dabei vor:

  1. Planen
    Es werden nur Tätigkeiten vorher in den Terminkalender eingetragen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Auch Schlafen gehört dazu. Deshalb muss der “andere” Terminkalender auch die 24 Stunden eines Tages abdecken. Andere arbeitsfreie Tätigkeiten sind z.B. Essen, Sport, Spazieren, private Verabredungen usw.
  2. Die 30-Minuten-Regel
    Tragen Sie in den Kalender Blöcke ein, an denen Sie mindestens 30 Minuten am Stück gearbeitet haben.
    Es zählen tatsächlich nur volle 30 Minuten. Wenn Sie weniger gearbeitet haben, dann haben Sie Pech gehabt und es gildet nicht, wie die Kinder immer sagen. Und Arbeit heißt Arbeit und heißt nicht Herumdaddeln (im Internet surfen, Kaffee kochen u.ä.).
  3. Pause
    Wenn Sie einen halbstündigen Arbeitsblock hinter sich gebracht und in den Kalender eingetragen haben, dürfen Sie Pause machen oder etwas anderes Angenehmes tun.
  4. Kassensturz
    Am Ende eines Tages und einer Woche addieren Sie die Zeiten, an denen Sie in halbstündigen Blöcken gearbeitet haben. Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben.

Ansonsten ist zu beachten:

  • Ein Tag in der Woche gehört Ihnen. Halten Sie sich einen Tag in der Woche frei, an dem Sie nicht arbeiten. Machen Sie nur das, wozu Sie Lust haben und erholen Sie sich.
  • Konzentieren Sie sich auf das Anfangen! Wichtig ist, mit einer Arbeit überhaupt erst einmal zu beginnen. Wenn Sie das schaffen, kommt das Ende schon von allen hinterher.
  • Denken Sie nicht so sehr daran, was Sie alles noch tun müssen, sondern arbeiten Sie einfach eine halbe Stunde hochkonzentriert und ohne Ablenkung. Sie kommen so um das Fertig stellen einer Aufgabe gar nicht herum.
  • Denken Sie daran, gültig für den Eintrag in den “anderen” Terminkalender sind nur vollständig durchgearbeitet 30-Minuten-Blöcke.

Hier gibt es weitere Infos zum “anderen” Terminkalender:

Mary IchWeißNichtWie hat eine kurze Zusammenfassung zum Unscheduling geschrieben: Procrastination 101: The Unschedule.

Michael Sliwinski beschreibt in seinem Artikel “Power of Unschedule and Pomodoro Technique”, wie man beide Methoden hervorragend miteinander verbinden kann.

Vorlagen für den “anderen” Terminkalender gibt es bei DIY-Planner (pdf-Datei) und auf der Website von Neil Fiore, dort gibt es auch ein ausgefülltes Praxisbeispiel zu bestaunen. Sie können aber den “anderen” Terminkalender auch hervorragend mit MS Outlook realisieren.

Wenn Sie sich nicht durch das komplette Buch von Neil Fiore quälen wollen, dann empfehle ich Ihnen die Zusammenfassung von Xavier Noria.

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