Wie Sie sich mit Textdateien organisieren können

Ich muss zugeben, dass ich mich bei der Nutzung von Software im allgemeinen und von Apps im besonderen nicht gerade rational verhalte. Wenn ich ein bestimmtes Problem vor der Brust habe, dann schaue ich meist sofort, ob es “eine App dafür” gibt. Viel sinnvoller wäre es oft, die Programme, die bereits auf meinen Rechenknechten laufen, richtig zu erlernen und dann entsprechend einzusetzen. Robin Williams hat das ein einer ihrer Bücher auf den Punkt gebracht:

Know Your Tools!




Allerdings bin auch ich lernfähig und habe meinen Appetit nach immer mehr Software schon gewaltig gezügelt. Das Mininmalismusprinzip fasziniert mich in den letzten Monaten sehr, nicht nur in der Software, sondern in allen Bereichen des Lebens. “So einfach wie möglich, so kompliziert wie nötig”, lautet die Devise.

Vor diesem Hintergrund hat mich der  Artikel von Belle Beth Cooper ganz besonders angesprungen: Ten Clever Uses for Plain Text Files That Can Increase Your Productivity. In dem Beitrag geht es um das wohl einfachste Dateiformat überhaupt:

*.txt




Diese Dateien sind einfach zu erstellen, es gibt keine Synchronisationsprobleme zwischen Rechner mit unterschiedlichen Betriebssystemen. Schlank sind sie sowieso. Belle gibt uns folgende Tipps für den Gebrauch von Textfiles:

  1. Schreiben einer Art Notiz für jeden Tag (“Write Every Day” File)
  2. Erstellen und Verwalten einer To-do-Liste
    (man denke hier an Gina Trapanis Todo.txt)
  3. Pflegen einer “Heute erledigt”- Liste
  4. Aufstellen einer Liste für die komplette Woche
  5. Führen eins Tagebuchs
  6. Sammeln von Ideen mit und ohne Brainstorming
  7. Speichern von eigenen Daten zum Self-Tracking
  8. Organisieren von Produktanforderungen
  9. Aufgaben, zusammengefasst in Ordnern auf dem Desktop
    (Belle empfiehlt, einzelne Aufgaben in Ordnern auf dem Desktop abzulegen um sie so z.B. zu bestimmten Projekten zuordnen zu können. Ich möchte dem nicht folgen, denn m.E. wird das schnell unübersichtlich.)
  10. Erinnerung an die eine einzige Aufgabe, die unbedingt heute zu erledigen ist

In dem Artikel empfiehlt Belle noch einige mehr oder weniger bekannte Tools zum Erstellen einfacher Texte. Meistens handelt es sich dabei um mehr oder weniger bekannte MarkDown-Editoren für alle möglichen Plattformen.

Die Verwendung einfacher Textdateien hat für mich schon einen besonderen Charme. Allzuviel Spielereien sind nicht möglich und diese Beschränkung schärft den Blick auf das Wesentliche.

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Nachtrag 18.2.16

Dieser Tweet hat mich gestern noch erreicht. Die Lektüre wird ausdrücklich empfohlen:

1 Antwort

Ein Gedanke zu „Wie Sie sich mit Textdateien organisieren können

  1. Rainer

    Tja, hier muss ich jetzt einfach orgmode einwerfen. http://www.orgmode.org.
    Orgmode ist eine Erweiterung für den Emacs-Editor und macht genau das, das Leben als Plaintext organisieren.
    Ich habe bereits 2009 einen Artikel dazu im freien Magazin geschrieben:
    http://www.freiesmagazin.de/freiesMagazin-2009-10
    Außerdem einige Artikel dazu in meinem Blog (in Englisch weil ein Teil der Besucher aus der LinkedIn-GTD-Gruppe kommt):
    http://koenig-haunstetten.de/tag/orgmode/
    Klar, orgmode mag auf den ersten Blick bizarr aussehen, aber es hat aus meiner Sicht gigantische Vorteile:
    – super schnell, vor allem das „Capturen“ von immer wiederkehrenden Aufgaben geht mit Templates extrem flott.
    – total anpassbar an die eigenen Bedürfnisse.
    Glaub mir, ich habe alle Klicki-Bunti-Werkzeuge durchgespielt und bin dann wieder zurück zu orgmode, weil es meine Vorstellung eines GTD-Werkzeuges am besten unterstützt.

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