Kaufen Sie nichts!

Letzte Woche war ich zum Entspannen auf der schönen Insel Zypern. Zur Entspannung gehört für mich immer das Lesen von Büchern, die “ich immer schon mal lesen wollte.” Diesmal “Wir können auch anders: Wie man falsche Jobs gegen echtes Glück eintauscht” von Adam Fletcher.

Das Buch hat mir gut gefallen, es ist leicht zu lesen und voller nützlicher Tipps, die sich auch im Alltag gut umsetzen lassen. Nur wenn der Autor sich auf philosophische Pfade begibt, zieht sich meine Stirn in Falten. Wie sein Vorbild (?) Tim Ferriss scheint er mitunter Freiheit mit Verantwortungslosigkeit zu verwechseln. Sei’s drum.

Besonders interessant fand ich Fletchers Ausführungen zum Thema Finanzen. Er definiert eine “Freiheitsformel” auf folgende Weise:

Fixkosten + variable Kosten = Freiheitsformel

Ich finde den Ausdruck etwas irreführend. Denn eigentlich handelt es sich hierbei um den Betrag, den Sie unbedingt verdienen müssen, z. B. für Miete, Lebensmittel usw. Jedes Einkommen darüber hinaus kann auf die Seite, hohe Kante oder sonst wie gespart werden. M. E. müsste eigentlich dieser Anteil “Freiheitsbetrag” oder so ähnlich heißen. Denn je höher er ist, desto länger können Sie theoretisch (und auch praktisch) ohne feste Anstellung, und damit ohne einen Chef, leben. In Freiheit sozusagen.

Je höher dieser Betrag ist, desto mehr Freiheit haben wir. Ziel ist also, ihn so hoch wie möglich zu halten, indem wir ihn möglichst gar nicht erst antasten.
Nun gibt es viele Menschen, die sich “öfters mal etwas gönnen” um sich für die Nickeligkeiten des Alltags zu belohnen. Andere kaufen sich etwas, nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es können. Merkwürdigerweise nimmt dieses Verhalten mit steigendem Einkommen zu und so sammeln sich im Haushalt allerhand Dinge an,  die nur als Staubfänger dienen, weil man sie gar nicht verwendet.

Besonderns gefährlich für den “Freiheitsbetrag” sind die bekannten “Spontankäufe”. Eine Autorin namens Eden gibt uns in ihrem Artikel “How To Ditch The Habit Of Impulse Spending” folgende Tipps zur Vermeidung dieses Kaufverhaltens:

  1. Gehen Sie erst gar nicht ins Geschäft und meiden Sie online-Shops
  2. Schlafen Sie drüber
  3. Gehen Sie nicht einkaufen, wenn Sie in gedrückter Stimmung sind
  4. Suchen Sie sich genau die Person aus, mit der Sie einkaufen gehen
  5. Lassen Sie Ihre Kredit- und/oder EC-Karen zuhause
  6. Beschränken Sie sich auf ein wöchentliches Budget
  7. Verwenden Sie eine Einkaufsliste
  8. Entscheiden Sie, ob der Kauf wirklich notwendig ist
  9. Bestellen Sie Newsletter mit Schnäppchenangeboten ab
  10. Kaufen Sie nicht, sondern entleihen Sie
  11. Spenden Sie vor dem Kauf etwas
  12. Heben Sie Ihre Quittungen auf
  13. Analysieren Sie, was Sie zu Spontankäufen veranlasst
  14. Begleichen Sie offene Rechnungen, bevor Sie etwas Neues kaufen
  15. Suchen Sie nach Gratisangeboten, z. B. Werbeartikeln
  16. Machen Sie eine Liste, welche Spontankäufe Sie schon bedauert haben
  17. Säubern Sie etwas, bevor Sie einkaufen (schräger Tipp)
  18. Warten Sie, bis die Preise fallen
  19. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie wirklich möchten

Auch ich bin vor sinnlosen Käufen nicht gefeit, besonders wenn es um Software geht. Aber es wird besser, auch Dank einiger der o.a. Tipps.

Ein Zitat von Franz Werfel dient mir als Merkregel, vielleicht nützt es auch Ihnen:

Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

So einfach ist das.

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