Sind Sie authentisch und wenn ja, reicht das?

Wer kennt ihn nicht, den Papst der Kommunikation, Friedemann Schulz von Thun? Sie kommen um diesen Namen als Teilnehmer an einschlägigen Seminaren wohl nicht herum. Kaum ein Seminar oder ein Workshop ohne sein berühmtes Vier-Seiten-Modell.

In einem Artikel mit dem Titel “Mehr oder minder  Authentisch” (pdf) beschäftigt sich der emeritierte Professor mit der Frage “Warum das erstrebenswerte Leitbild der
Kommunikation eine Gegentugend braucht
”.

Lange Zeit war Authentizität das erstrebenswerte Merkmal für gelungene Kommunikation. Für Schulz von Thun steht die Authentizität lediglich für den unverfälschten Ausdruck des Individuums, sagt aber noch nichts über die sozialverträgliche Wirkung aus. Schließlich kommuniziere ich nicht nur mit mir allein (zumindest meistens nicht), sondern meine Kommunikation soll auch eine Wirkung bei anderen erzielen. Und hier kommt die Diplomatie ins Spiel. Wenn ich bei der Beerdigung meines Lieblingsfeindes das Lied “O wie wohl ist mir am Abend” anstimme, dann mag das zwar authentisch sein, ich werde damit allerdings ein Befremden bei meinen Mitmenschen hervorrufen, das im schlimmsten Fall in sozialer Ächtung (oder der Einweisung in die Psychatrie) enden kann. Friedemann Schulz von Thun führt hier den Begriff der “Stimmigkeit” ein:

Kommunikation ist gut, wenn Sie stimmig ist. Und stimmig ist sie, wenn ich in Übereinstimmung mit mir selbst und mit der situativen Herausforderung bin.

Sie merken, es geht um den Systemblick. Niemand ist eine Insel und keiner lebt für sich allein. Ich halte diese Erweiterung für äußerst nützlich.

Ein lesenswerter Beitrag!

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