Kontexte, die überall funktionieren

Wie die erfahrenen GTDer unter den Leserinnen und Lesern wissen, empfiehlt David Allen, die anstehenden Aufgaben bestimmten Kontexten zuzuordnen. Dies soll dazu dienen, sich nicht von Tätigkeiten ablenken zu lassen, die man im Hier und Jetzt ohnehin nicht erledigen kann. Ich gebe zu, für meine eigene Arbeitsorganisation brauche ich derlei Kontexte nicht, sie würden sie nur unnötig komplizierter machen.

Jeff Kirvin stellt ein anderes Konzept zu Kontexten vor, das ich sehr interessant finde: GTD contexts for working anywhere. Er bewertet anstehende Aufgaben nach zwei Kriterien:

  • Fokus: Wie intensiv muss ich mich auf die Aufgabe konzentrieren?
  • Energie: Wieviel physische oder mentale Energie muss ich für die Erledigung der Aufgabe aufbringen?

Wie jedermann weiß, kann man aus zwei Dimensionen hervorragend ein Vier-Felder-Diagramm konstruieren, wie wir es ja auch z.B. vom Eisenhower-Modell her kennen.

KontexteKirvin

Es ergeben sich vier Felder, denen vier verschiedenen Kontexte zugeordnet werden können:

Schnell
Diese Aufgaben benötigen nur wenig Energie, aber die ganze Aufmerksamkeit. Sie werden in der Regel in 5 bis 10 Minuten erledigt.

Fokus
Hier benötigen Sie Ihre vollen Energie und müssen auch konzentriert arbeiten. Hier finden die kreativen Arbeiten statt: Lernen, Schreiben, Planen usw.

Lounge
Der Name ist Programm. Dies sind die Tätigkeiten, die wenig Energie und Konzentration erfordern. Routinearbeiten zum Beispiel.

Ächzen
Hierhinein gehören Arbeiten, die wenig Konzentration, aber dafür umso mehr Energie erfordern: Bei mir ist das zum Beispiel das Büro aufräumen.

Mit gefällt die Einteilung von Jeff sehr gut und ich bin auch überzeugt, dass sie sehr praxistauglich ist. Nun müsste man sie nur noch mit der Theorie des strukturierten Aufschiebens verbinden.

 

1 Antwort

Ein Gedanke zu „Kontexte, die überall funktionieren

  1. Matthias Büttner

    Die Kriterien sind interessant.
    Daraus eine Matrix machen vielleicht auch, aber nicht wirklich praktisch, finde ich.

    Das stört mich auch an der Eisenhower-Matrix:
    „Die Eisenhowermatrix ist Blödsinn“
    Für mich ist Wichtigkeit das wichtigste Kriterium.

    Neben Fokus und Energie gäbe es auch noch andere interessante Kriterien, nach denen man Aufgaben klassifizieren und dann auswählen könnte:
    1. Dringlichkeit (wie Eisenhower)
    2. Wichtigkeit (wei Eisenhower)
    3. Bedarf an Konzentration
    4. Bedarf an emotionaler Energie (unangenehme Aufgaben)
    5. Bedarf an körperlicher Kraft (Schränke schieben)
    6. Zugehörigkeit zu einem (wichtigen) Projekt)
    7. Zeitdauer
    8. Ortsgebundenheit
    9. Werkzeuggebundenheit
    10. Bedarf an Wissen
    11. Abhängigkeit von anderen

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