Produktiv mit ADHS




Produktiv mit ADHS? Wenn Sie mit dieser Abkürzung nichts anzufangen wissen, dann lassen Sie uns zusammen einen Blick in die allwissende Wikipedia werfen:

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) […] ist eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich durch Beeinträchtigungen in den Bereichen Aufmerksamkeit und Impulsivität sowie bei zwei der drei Typen ausgeprägte körperliche Unruhe (Hyperaktivität) äußert.

So wie ich das Ganze verstanden habe, ist das Symptom „Viel anfangen, nichts fertig bekommen“ eines von vielen, mit denen ADHS beschrieben wird (Nein, der Umkehrschluss ist nicht zulässig!).

Bei Paul Gambill wurde die Diagnose ADHD, wie ADHS im Englischen heißt, gestellt. Auf seinem Blog beschreibt er, wie er seine persönlichen Produktivität trotzdem aufrecht erhält: Dealing with ADHD, one reminder alarm at a time. Hier sind seine Hinweise:

  1. In dem Moment, in dem man denkt: „Das sollte ich tun“, den Gedanken sofort notieren und wenn möglich mit einer Erinnerung versehen
  2. Alles aufschreiben
  3. Unzulänglichkeiten akzeptieren
  4. Einen persönlichen Kalender führen und einen Kalender, den man mit seinem Partner teilt
  5. Eine Uhr tragen (und benutzen)
  6. Verstehen lernen, welchen Einfluss Chemikalien auf die mentale und phyische Wahrnehmungsschärfe nehmen
  7. Die Arbeitszeit und die freie Zeit in Segmente teilen
  8. So regelmäßig wie möglich Sport treiben
  9. Die kleinen Dinge zuerst erledigen, dann zu den größeren übergehen
  10. Ein Programm zur Organisation der Aufgaben benutzen
  11. Lernen, in welcher Stimmung man ist und wie sie sich auf die Arbeit auswirkt

Paul gibt zu den einzelnen Punkten die eine oder andere Erläuterung.

Vieles werden erfahrene Leser wiedererkennen: Das Alles-aus-dem-Kopf-Prinzip, Time-Boxing oder die Arten der Priorisierung in GTD® zum Beispiel. Ich kann mich besonders gut mit Punkt 9 identifizieren. Ich weiß, die Covey-Jünger folgen dem Prinzip, erst den unangenehmen dicken Brocken zu erledigen und dann erst die kleinen Dinge zu tun. Aber Paul und ich sehen das eben anders.

Ich möchte auch noch einmal auf ein Interview zur Aufmerksamkeitsdefiziteigenschaft (ADE) hinweisen, über das ich vor Jahren berichtet habe: Information Overkill.

 

2 Antworten

2 Gedanken zu „Produktiv mit ADHS

  1. Selina

    Hey, danke für die hilfreichen Tipps wie man als Erwachsener mit ADHS seine Aufgaben planen und gestalten kann. Ich kenne mich mit der Thematik auch relativ gut aus, weil bei meinem Sohn ebenfalls ADHS diagnostiziert wird. Wichtig finde ich, dass man unbedingt jegliche Störfaktoren (wie Handy, Musik, TV) entfernen sollte! Wir setzen uns bei Aufgaben auch immer gemeinsam kleinere Etappenziele – wenn mein Sohn diese erreicht, gibt´s eine Belohnung. Auch als Erwachsener ist so ein Belohnungssystem wahrscheinlich nicht schlecht um die Motivation aufrecht zu erhalten!

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  2. Nimue

    Was ich jetzt schon mehrfach gelesen habe, Stricken soll helfen. Die Konzentration wird gesteigert und Angstzustände werden minimiert.

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