Das Fischgrätendiagramm, nochmal erklärt

Eines der bekanntesten Methoden der Problemlösung ist das Fischgrätendiagramm. Manche der Leser werden es auch unter den Namen „Ursache-Wirkungs-Diagramm“ oder „Ishikawa-Diagramm“ (dem angeblichen Erfinder der Methode) kennen. Der Zweck dieser Darstellung ist es, die möglichen Ursachen für einen bestimmten Effekt zu sammeln, ihre Vernetzung zu erkennen, entsprechende Schlüsse zu ziehen und Maßnahmen abzuleiten (Wikipedia):

  1. U-W-Diagramm zeichnen und die Haupteinflussgrößen eintragen
  2. Haupt- und Nebenursachen erarbeiten
  3. Vollständigkeit überprüfen
  4. Auswahl der wahrscheinlichen Aussagen
  5. Überprüfung der wahrscheinlichsten Ursache auf Richtigkeit

Ich denke, die Verwendungsmöglichkeiten werden in der Literatur und in der Praxis unnötig eingeschränk. So kann man mit dem Diagramm nicht nur Probleme aus der Vergangenheit untersuchen, sondern auch potentielle Eventualitäten. Von da ist auch der Schritt zu Zielen nicht weit: „Was müsste eintreten, damit wir dies und das erreichen?“

Die klassischen Haupteinflussgrößen nach Ishikawa sind: Mensch, Maschine, Material, Methode. Ich kann Ihnen versichern, im produktionsnahen Bereichen passen diese Haupteinflussgrößen immer. Wie ist das jedoch in anderen Unternehmensbereichen?  nennt uns mögliche Hauptursachen in seinem Beitrag „Fishbone (Cause and Effect or Ishikawa) Diagram“ für die Bereiche Marketing und Dienstleistung.

Wie ich beobachten kann, ist das Fischgrätendiagramm in der Industrie aus der Mode gekommen. M. E. ist der Grund dafür der Versuch, diese Methode als eierlegende Wollmilchsau einzusetzen. Auf diese Weise ist schon so manche gute Methode zu Grabe getragen worden. Leider.

BLW_Meyer's_Butterfly_Fish

[Foto von Dave Russ [via Wikipedia]]

 

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