Brainstorming funktioniert nicht!

Dass Brainstorming nicht funktioniert, wird immer wieder behauptet. Ich habe im Toolblog schon öfter darüber geschrieben.

Tony McCaffrey erklärt Ihnen die Gründe, „Why You Should Stop Brainstorming“ und hat darüber auch ein nettes Video kreiert:

Er ist aber nicht der Einzige. Auf den Hacker News wird derzeit das Thema „Brainstorming is a terrible way to generate good ideas“ diskutiert. Der Debatte bezieht sich auf ein Interview mit Prof. Vincent Walsh, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchten: “Creativity is not a team sport”.

Meine Meinung zum Brainstorming ist eindeutig: „Kommt darauf an…“

 

2 Antworten

2 Gedanken zu „Brainstorming funktioniert nicht!

  1. Andrea Windolph

    Ich denke auch: Es kommt darauf an. In der Praxis habe ich sehr gute Erfahrung mit dem Brainwriting gemacht. Das führt dazu, dass auch zurückhaltende Personen Ideen beisteuern und kombiniert die Ideenfindung des Einzelnen mit der Diskussion in der Gruppe.

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  2. David M. J.

    Dieses Thema kommt immer wieder auf und ich möchte mich Deiner Meinung Stephan, „es kommt darauf an“, gerne anschließen. Ich habe in der Vergangenheit ca. 300 Innovationsprojekte und Workshop begleitet. Aus meiner Erfahrung kommt es insbesondere darauf an, wie das Brainstorming angelegt wird und wie es konkret stattfindet.

    Sprechen wir bei „Brainstorming“ über 35 Minuten zusammen sitzen und jeder plappert darauf los, dann ist das Ergebnis meist nur (unter)durchschnittlich und damit hat dann die Aussagen „Brainstorming“ macht keinen Sinn auch Berechtigung.

    Die Gründe hierfür werden konkret in zahlreichen Studien benannt:
    – gegenseitige Blockade bei der Ideenentwicklung („no freewheeling“)
    – keine Zeit eigene Gedanken zu verfolgen / zu entwickeln
    – Angst vor freier Ideenäußerung (z.B. hierarisch höheren Personen im Raum)

    Daraus stellt sich für mich aber die Frage, wie muss ich ein Brainstorming anlegen, damit es Sinn macht?
    – Mix auf ruhigen schriftlichen Methoden und mündlichem Brainstorming
    – Zeit zur individuellen Ideenenwicklung bzw. Ideenentwicklung in 2er Teams geben, dann erst Ideen zusammentragen und weiter entwickeln
    – Zeit für „passive Kreativität“ einräumen – d.h. Workshops so anlegen, dass eine Nacht dazwischen ist, in der weitergedacht werden kann
    – Klare Spielregeln und Vereinbarungen mit allen Teilnehmern treffen und als Moderator für die Einhaltung sorgen (bzw. im Vorfeld evtl. hierarchisch höheren Teilnehmern oder sehr wortstarken ihre Rolle im Vorfeld klarmachen und als Querdenker nutzen)
    – Möglichkeiten einräumen Ideen die nicht gehört werden „zwischen zu parken“ und am Ende zu ergänzen.
    – Gemeinsames aufwärmen für die Methode und um die Gruppendynamik nutzbar zu machen

    Die richtige Kombination dieser Elemente, je nach Thema und Zielgruppe macht den Unterschied und zeigt, dass Brainstorming unter gewissen Umständen („es kommt darauf an“) durchaus Sinn machen kann.

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