Gastbeitrag: Überforderung durch Stress – ein immer häufiger auftretendes Leiden

Von Erik Reinhardt stammt der folgende Gastbeitrag zum Thema Stress. Danke dafür.

Stress kann in vielen Lebensbereichen vorkommen, in der Familie oder der Partnerschaft, vor Prüfungen oder auf der Arbeit. Doch wie genau äußert sich Stress und mit welchen Mitteln kann dieser Störfaktor bekämpft und vorgebeugt werden?

Stress erkennen

Mit Stress antwortet der Körper psychisch und physisch auf Belastungen, ausgelöst wird er durch sogenannte Stressoren.
Wie übt sich Stress auf den Menschen aus? Die Reaktionen finden auf vier verschiedenen Ebenen statt.
Zu den kognitiven Auswirkungen gehören negative Gedanken wie „Das schaffst du nie!“, die Konzentration nimmt ab, es kommt zu Denkblockaden bis hin zu Black-outs. Der Betroffene kann seine Gedanken nicht mehr ordnen, sie drehen sich ständig im Kreis.
Die emotionalen Reaktionen können sehr unterschiedlich ausfallen, es können Angst und Panik hervortreten, welche dann zu Verunsicherung führen. Ärger und Gereiztheit sind aber auch eine Folgen, ebenso wie Nervosität, das Gefühl zu versagen oder Wut. Dauerhafter Stress kann zu Depressionen führen.
Die vegetativ-hormonellen Reaktionen entstehen, da die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron und Cortisol ausgeschüttet werden.
Der Mund wird trocken, der Betroffene fängt an zu schwitzen oder errötet. Weiter Symptome können Kurzatmigkeit, Übelkeit, weiche Knie, Herzklopfen und ein Engegefühl in der Brust sein. Außerdem folgt Blutdruckanstieg und viele Menschen brechen leicht in Tränen aus.
Muskuläre Reaktionen ergeben sich daraus, dass die Skelettmuskulatur komplett angespannt ist. Es kommt zu Rücken- und Kopfschmerzen, Schulternhochziehen, Zittern oder Zucken. Auch Zähneknirschen, Fingertrommeln oder Fußwippen können Anzeichen sein.

Stress in den richtigen Maßen kann sinnvoll sein, denn er motiviert, treibt zu Leistungsbereitschaft und Höchstleistungen können erreicht werden. Zu viel Stress macht jedoch krank, daher kommt es auf die richtige Dosis, also Häufigkeit, Vielfalt, Intensität und Dauer an. Bei der richtigen Dosierung fühlt man sich wohl und ist voller Energie. Außerdem erzielt man gute Arbeitsergebnisse, denn sowohl Arbeit als auch Freizeit machen Spaß.
Liegt allerdings eine Überforderung vor, zeigen sich mehr und mehr Stressreaktionen, der Betroffene ist ziellos und resigniert ab einem bestimmten Zeitpunkt. Zudem sinken die Leistungen und es kommt zu mehr Fehlern. Das Immunsystem ist geschwächt, sodass er krankheitsanfälliger wird.

Die richtige Stressbewältigung

Stress ist sehr individuell und jeder Mensch hat unterschiedliche Stressauslöser. Um ihn richtig bewältigen zu können, müssen die Stressoren ausfindig gemacht werden, um anschließend eine persönliche Bewältigungsstrategie zu entwickeln. Schon kleine Dinge können den Stress im Alltag lindern.
Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement, es sollte sich nicht mit unwichtigen Dingen abgegeben werden, die Zeit verschwenden, wie zum Beispiel ein unordentlicher und unübersichtlicher Arbeitsplatz, um Hektik und Zeitdruck zu vermeiden .
Auch sollte man auf Entspannung achten und einfach mal bei einem Spaziergang oder auf der Couch abschalten. Es gibt viele erlernbare Methoden zur Entspannung, wie Yoga oder Meditation.
Das Lockern der Muskulatur spielt dabei eine wichtige Rolle. Dazu werden bestimmte Muskelpartien, zum Beispiel Rücken, Gesäß oder Gesicht zuerst systematisch angespannt und dann wieder entspannt.
Zudem können richtige Atemtechniken und autogenes Training zur gewünschten Entspannung führen.

Eine gute und einfache Methode, um Stress abzubauen ist Sport und Bewegung, denn es werden eine bessere Selbstwahrnehmung und positive Gefühle, wie Stolz und Anerkennung anderer herbeigeführt. Außerdem wird das Immunsytem wieder gestärkt.

Steht man unter Stress, sollte besonderen Wert darauf gelegt werden, die kleinen schöne Dinge zu schätzen, die der Tag dennoch mit sich bringt, um den Stress etwas zu kompensieren.

Stress vorbeugen

Um Stress vorbeugen zu können, ist eine stabile Psyche wichtig. Die Psyche kann durch viele Dinge gestärkt werden und positives Denken, Fühlen und Verhalten, was zu Stressstabilität führt, können durch Aufbau von Schutzfaktoren erreicht werden.
Humor ist ein wesentlicher Bestandteil für die Gesundheit, er hilft Stress abzubauen und man kann mit Freude und Genuss ans Leben herangehen.
Durch rechtzeitiges Überlegen von Strategien zur Bewältigung kommen Stress und Hilflosigkeit erst gar nicht auf, stressige Momente können souverän gelöst werden.
Auch ist es sehr wichtig, gute Beziehungen zu Freunden und Familie zu pflegen, denn sie bieten Rückhalt und Hilfe in stressigen Momenten. Menschliche Netzwerke sind unersetzlich für die Gesundheit, denn sie machen glücklich und man fühlt sich nicht allein.

 Weiterführende Links zum Thema:

 Literaturhinweise:

Geisselhart, R./Hofmann, C. (2013): Stress ade. Die besten Entspannungstechniken. 6. Auflage.
Kentzler, C./Richter, J. (2010): Stressmanagement. Das Kienbaum Trainingsprogramm. 2. Auflage.

 

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