Lärm am Arbeitsplatz: Was tun?

Kürzlich fragte mich in einem Workshop ein Teilnehmer, was ich von Großraumbüros hielte. Es stellte sich heraus, dass ihm die ungewollte Kommunikation mit den Kollegen und die viele akustische Ablenkung auf die Nerven gingen. Mit seinen Beschwerden steht er nicht allein, wie ein Artikel in der “Zeit” belegt: Schall und Rauschen am Arbeitsplatz.

Eine Messung der Lautstärke im Sinne der Arbeitssicherheit hilft in der Regel nicht weiter, denn nicht die schiere Lautstärke ist in Büros das Problem, sondern das monotone Hintergrundgebrabbel. Was kann man gegen diese unterschwellige Lärmbelästigung tun? In o.a. Artikel wird auf das „Sound Masking“ hingewiesen, einer Art akustischen Überdeckung der unerwünschten Töne.

Wenn Sie ein solches Sound Masking einmal ausprobieren wollen, dann investieren Sie knapp 10 € und installieren Sie ChatterBlocker. Damit Sie nicht die Katze im Sack kaufen müssen, können Sie vorher eine Demo herunterladen. Und so funktioniert ChatterBlocker:

ChatterBlocker masks unwanted chatter using a soothing blend of nature sounds, music and background chatter. […] ChatterBlocker also offers mindfulness meditation tracks intended to increase concentration, reduce distractibility and minimize the stress response to office noise.

Mich würde brennend interessieren, ob so etwas tatsächlich funktioniert. Vielleicht hat ein Leser eine derartige Lösung ja schon im Einsatz. Welche Strategien verfolgt Ihr Unternehmen, um lästige Hintergrundgeräusche zu eliminieren? Was tun Sie persönlich dagegen? Haben Sie einen guten Trick auf Lager?

Nur ein Hinweisschild aufzuhängen, wird wohl nicht reichen.

chatterblocker

Ein Nachtrag (3. Sept. 2012)

Was ich auch noch nicht wusste: Es gibt tatsächlich Firmen, die sich auf den Vertrieb von Gehörschutz spezialisiert haben. Bei Sonicshop z. B. gibt es sogar einen Gehörschutzfinder, der Ihnen den Weg zu dem passenden Ohrenstöpsel weist. Was es nicht alles gibt…

3 Antworten

3 Gedanken zu „Lärm am Arbeitsplatz: Was tun?

  1. Ben_Voigt

    Ich hatte während einer Seminararbeit einen etwas unschönen Arbeitsplatz in der Bibliothek zugewiesen bekommen. Eine Woche Baulärm, der Arbeitsplatz des Buchbinders in direkter Nähe, Bib-Angestellte, die meinten in Zimmerlautstärke telefonieren zu müssen, Kommilitonen die sich ebenso laut unterhielten.

    Ich habe dann eine WhiteNoise-Lösung laufen lassen und Kopfhörer aufgehabt: Der Effekt? Ich habe die Umwelt nicht mehr als so störend wahrgenommen, weil sie in der synthetischen Störung unterging.
    Das habe ich absichtlich so formuliert. White Noise funktioniert nur, wenn die Ablenkung durch den Inhalt der Störung entsteht, nicht durch die Existenz.

    Diskussionen zu anderen Themen lenkten mich damit nicht mehr ab, aber DASS geredet wurde blieb spürbar.

    Was für mich besser funktionierte war Musik. Dabei ist es wichtig, dass die Musik komplett vertraut ist und NICHT zum Mitsingen einlädt. Letztere lenkt nämlich wieder ab (von der Außenweltstörung beim tatsächlichen Mitsingen einmal ganz abgesehen). Anders als White Noise hatte ich hierbei den Eindruck, als würde mein Gehirn das Gehör auf die Musik ausrichten und Störgeräusche selbständig herausfiltern.

    Riesiger Vorteil, der nachher sogar dazu führte, dass ich teilweise nur so die Kopfhörer trug: Niemand spricht einen an, außer er muss es tun.

    Ich habe, so albern es klingen mag, weiße Nintendo-DS-Kopfhörer, welche die komplette Ohrmuschel abdecken. Ja, ich sehe mit ihnen albern aus, aber jeder sieht sie sofort. Und unterbewusst denkt jeder „oh, der ist so vertieft, den störe ich nicht“. Zusätzlich hat das Modell den Vorteil, dass es so gut wie nicht die Außenwelt beschallt.

    Wenn ich aber wirklich langfristig Probleme mit Hintergrundgeräuschen hätte, würde ich vermutlich in richtige Noise-Cancelling-Headphones investieren.

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  2. Matthias Büttner

    Ich sage nur: Peltor. ds sind Gehörschutzkopfhörer, die u.a. auch auf dem Flugfeld eingesetzt werden. Es gibt sie für unterschiedliche Lautstärken.
    Ok, man sieht schon etwas … komisch aus, aber der zweck heiligt die Mittel.
    Habe ich auch in meiner aktiven zeit als Unternehmensberater eingesetzt. Was sehr vorteilhaft. Es hat auch einen psychologischen Vorteil, den Ben schon genannt hat: man wird nicht so häufig angesprochen und gestört.

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